Inussuk - Kultur

Die Entwicklung der Jagd und Fangmethoden schuf eine neue Kultur. Nach den Fundstellen auf der Insel Inussuk, die Inussuk-Kultur. Es kam zu der genialen Weiterentwicklung des Wasserfahrzeugs, des Kajaks mit dem „Ganzpelz“ der heutigen Spritzdecke in Verbindung mit der Jacke dem Anorak. Die Anwendung der Harpunen, die Ausrüstung mit dem Kajakstol, dem Gerät zur Aufbewahrung der Harpunenleinen, und die Schleppvorrichtungen für die erlegten Seetiere, waren im Prinzip bei den Kulturen Dorset bis Inussuk sehr ähnlich. Jedoch waren die Ausführungen der Boote sowie das Handling den verschiedenen Gegebenheiten der Eislagen, der Landschaft, der Seetiere angepasst.


Bei diesen Harpunenspitzen zeigen sich bereits die spezifischen Eigenschaften zur Jagd per Kajak. Die Spitzen haben zum Ende ausgeformte Wiederhaken. In den Querbohrungen wird die Leine geführt, wenn sich der Harpunenschaft nach dem Wurf herausgelöst hat. Größe der Spitzen ohne Klinge 60-70mm.
Gewicht ca 40 gr. Material: Knochen vom Ren, Moschus oder Seesäuger.

Kopie aus dem Buch: DEN GRØNLANDSKE KAJAK OG DENS REDSKABER von P. Scavenius Jensen,
Nyt Nordisk Forlag Arnold Busk 1975


Steinsetzung eines Sommerhauses (Zelt), N-O Grönland

Foto: Kay Wilhelm Jörgensen 1922, Aufnahme Dansk Polar Center

Reste eines Grassodenhauses, N-O Grönland. Im Vordergrund der Eingangstunnel. Innenmaße 5x6m Das Haus war bis ca. 1950 bewohnt

Foto: Wolfgang Half, 1976


Das links abgebildete Grashaus um ca. 1936. Das Bild stammt aus dem Buch: "im Treibeisgürtel" von Dr. Arne Höyaard (Norweg)
Verlag Westermann 1940.

Dr. Arne Höyaard war als Arzt ein Jahr in Grönland tätig um den Mangel an Vitamin C bei den Inuit zu erforschen.

Zu dem Bild schreibt Dr. Höyaard: Eines der modernen Häuser in der Kolonie. Sie sind etwas kleiner als die alten Häuser, haben auch nicht den langen, warmen Vorgang (Eingangstunnel) dieses Haus war eines der wenigen, die einen Herd besaßen.

Inzwischen hat man mit Unterstützung des antropologischen Instituts und weiteren entsprechenden Einrichtungen in  Kopenhagen, begonnen mittels der DNA Analyse die Zeiten der Einwanderungswellen in Grönland exakt festzustellen. Durch viele archäologische Ausgrabungsstätten hat man Skelettreste und Mumien, die zur Bestimmung des Alters verwendet werden können. Die Resultate setzen verschiedene bisherige Ergebnisse in ein neues Licht. Es ist nur logisch, dass man mit der wissenschaftlichen Methode zu teilweise abweichenden Ergebnissen, wie in den ersten Graphiken ausgewiesen, gelangt.
Niels Lynnerup vom antropologischen Institut schließt daheraus, dass sich der Kreis schließt, wenn man berücksichtigt, dass der moderne Homosapiens vor 200.000 Jahren in Afrika begann und sich vor 50-100.000 Jahren über Europa und Asien ausbreitete. Die Bevölkerungsgruppen trafen erst sich wieder, als die Inuitgruppen mit den Normannen aus Europa im frühen Mittelalter in Südgrönland zusammentrafen.
Aus: Polarfronten Heft 2/2008 Seite 7








Zu der Graphik Thule: Die Karte weist die Situation zur Zeit der größten Ausbreitung aus.