Inussuk - Kultur
|
Die Entwicklung der Jagd und Fangmethoden schuf eine neue Kultur. Nach den Fundstellen auf der Insel Inussuk, die Inussuk-Kultur. Es kam zu der genialen Weiterentwicklung des Wasserfahrzeugs, des Kajaks mit dem „Ganzpelz“ der heutigen Spritzdecke in Verbindung mit der Jacke dem Anorak. Die Anwendung der Harpunen, die Ausrüstung mit dem Kajakstol, dem Gerät zur Aufbewahrung der Harpunenleinen, und die Schleppvorrichtungen für die erlegten Seetiere, waren im Prinzip bei den Kulturen Dorset bis Inussuk sehr ähnlich. Jedoch waren die Ausführungen der Boote sowie das Handling den verschiedenen Gegebenheiten der Eislagen, der Landschaft, der Seetiere angepasst. |
|
Bei diesen Harpunenspitzen zeigen sich
bereits die spezifischen Eigenschaften zur Jagd per Kajak. Die Spitzen
haben zum Ende ausgeformte Wiederhaken. In den Querbohrungen wird die
Leine geführt, wenn sich der Harpunenschaft nach dem Wurf herausgelöst
hat. Größe der Spitzen ohne Klinge 60-70mm.
Kopie aus dem Buch: DEN GRØNLANDSKE KAJAK OG DENS REDSKABER von P. Scavenius
Jensen, |
Steinsetzung eines Sommerhauses (Zelt), N-O Grönland Foto: Kay Wilhelm Jörgensen 1922, Aufnahme Dansk Polar Center |
Reste eines Grassodenhauses, N-O Grönland. Im Vordergrund der Eingangstunnel. Innenmaße 5x6m Das Haus war bis ca. 1950 bewohnt Foto: Wolfgang Half, 1976 |
|
Das links abgebildete Grashaus um ca.
1936. Das Bild stammt aus dem Buch: "im Treibeisgürtel"
von Dr. Arne Höyaard (Norweg)
Dr. Arne Höyaard war als Arzt ein Jahr in Grönland tätig
um den Mangel an Vitamin C bei den Inuit zu erforschen. |
Inzwischen hat man mit Unterstützung des antropologischen
Instituts und weiteren entsprechenden Einrichtungen in Kopenhagen,
begonnen mittels der DNA Analyse die Zeiten der Einwanderungswellen in
Grönland exakt festzustellen. Durch viele archäologische
Ausgrabungsstätten hat man Skelettreste und Mumien, die zur Bestimmung des
Alters verwendet werden können. Die Resultate setzen verschiedene bisherige
Ergebnisse in ein neues Licht. Es ist nur logisch, dass man mit der
wissenschaftlichen Methode zu teilweise abweichenden Ergebnissen, wie in den
ersten Graphiken ausgewiesen, gelangt.
Niels Lynnerup vom antropologischen Institut schließt daheraus, dass sich
der Kreis schließt, wenn man berücksichtigt, dass der moderne Homosapiens
vor 200.000 Jahren in Afrika begann und sich vor 50-100.000 Jahren über Europa
und Asien ausbreitete. Die Bevölkerungsgruppen trafen erst sich wieder, als
die Inuitgruppen mit den Normannen aus Europa im frühen Mittelalter in
Südgrönland zusammentrafen.
Aus: Polarfronten Heft 2/2008 Seite 7


Zu der Graphik Thule: Die Karte weist die Situation zur Zeit der größten Ausbreitung aus.