Gefahren im Kajak
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Dass der Fang oder die Fangtechnik keine einfache Beschäftigung war, lässt sich daran besonders feststellen, wenn man bedenkt, dass die Bedingungen zum Fang oftmals nicht „gut“ waren. Bei einer Wassertemperatur wenige Grade über dem oder um den 0° Pkt war es unangenehm, wenn der Fänger mit dem Element Wasser in Kontakt geriet. Tödlich war eine Kenterung, wenn die Eskimorolle nicht sicher beherrscht wurde. Sturm und Regen überraschten den Jäger auf See oder hinderten ihn überhaupt um zu starten. Über einen großen Zeitraum war die See mit Eis bedeckt. Wurde die Jagd zur Versorgung erforderlich, musste der Kajak per Schlitten über teils unwegsame Eisflächen transportiert werden, bevor man zu einer Wasserkante gelangte, von wo eventuell ein Fang möglich war. Dann gab es Wildtiere wie den Eisbären oder das Walroß, die keineswegs mit friedlichen Absichten dem Kajakfahrer gegenüber |
traten. So konnten auch Klappmützen, Walrosse, sowie große Robben dem
Fänger das Leben schwer machen oder auch beenden. In den Kirchenbüchern
der Gemeinden sind zahlreiche Todesfälle aufgezeichnet, wo Jäger durch
wütende oder verletzte Walrosse zu Tode gekommen sind. So gab es auch
psychische Einflussgrößen wie die "Kajakangst" die dem Jäger das Leben mit
Kajak durchaus erschwerten. |
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Kajakmann , einem gekenterten Kameraden zu Hilfe eilend.
Kopie aus Eskimoleben von Fridtjof Nansen Ausg. 1920 |
Schlechtes Wetter
Kopie aus Eskimoleben von Fridtjof Nansen Ausg. 1920 |
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Es gibt es von den Vorfällen mit Wildtieren
keine photografischen Dokumente. Jedoch haben Inuitkünstler wie Kaarali
Andresasen aus Tasiilaq (Angmassalik) diese Szenen Veröffentlicht in "Grønlands Kunst in Skulptur, Brugkunst, Maleri. v. Bodil Kaalund 1990 2. Ausgabe |
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Die Jagd auf ein Walross erfordert größte
Vorsicht und Geschickichkeit. Mündliche und schriftliche Überlieferungen
aus Kirchenbüchern berichten von schicksalhaften Begegnungen . Bild aus: Grønlandske fangere fortæller, Nordiske Bogvorlag 1971 |
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Ein Problem, dass bei den Robbenfängern auftrat, wenn sie annähernd
allein, bei glattem Wasser und unsichtigem Wetter längere Zeit
auf der Stelle lagen und auf Beute warteten. Eine kleine falsche Bewegung,
ein Geräusch und es kommt zur Kenterung. Der Rest folgt dann schnell,
sofern man sich nicht selber helfen kann oder Hilfe durch Kameraden
zur Stelle ist. |
(wie viel muss man z: B. sehen, um zu erkennen, daß etwas ein
Boot ist oder ein Vogel), kann man sich erklären wie z. B. aus einem
leisen Gluckern das Gefühl oder sogar die Gewissheit entstehen kann,
das Boot würde sinken oder aus einem leichten Schaukeln das Gefühl
des Kenterns. So kann früher oder später Angst oder sogar Panik
entstehen. Man sollte also, um so etwas zu verhindern, den Sinnesorganen
absichtlich in einer Situation, die geeignet wäre, Kajakangst entstehen
zu lassen, genug "Material" liefern, damit sie diese Aufgabe
des fortlaufenden "check up" erfüllen können, also
Sinnesreize liefern oder selber produzieren, z. B. singen, sich im stillen
Boot bewegen etc. |
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Eine notwendige Technik zum Überleben, war die heute bekannte Eskimorolle. So konnte nach einer Kenterung, durch aufdrehen des Kajaks wieder in die horizontale Lage, das Leben gerettet werden. David Cranz beschreibt in der Historica Grönlandia, veröffentlicht am 21. Aug. 1765, 1. Ausgabe 9 verschiedene Rolltechniken. |
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Rolltechnik 1: Der Grönländer legt sich
bald mit der einen, bald auf der anderen Seite mit dem Leibe aufs Wasser,
hält eine Weile mit dem Pautik oder Ruder die Balance, damit er nicht
ganz umschlage und richtet sich sodann wieder auf. Die Grönländer kannten keine Schwimmweste, wobei der Anorak weitgehend wasserdicht ist, viel Luft enthält und einen deutlichen Auftrieb sichert |
Zeichnung W. Half |
Bild: Nationalmuseum Nuuk. Aufn. John Möller, |
2. Wenn er ganz umschlägt, so dass er mit dem Kopf perpendeculär herunterhängt, tut er unter Wasser einen Schwung mit dem Pautik und kann so auf der einer Seite so gut als auf der anderen wieder in die Höhe kommen. |
Zeichnung W. Half |
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Dieses sind die gemeinsten Arten zu kantern (kentern), die bei Sturm oder großen Wellen oft vorkommen, da der Grönländer noch immer den Vorteil hat, dass er das Pautik in den Händen hat und nicht mit den Seehund Riemen verwickelt ist. |
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Rolltechnik 3....Das Pautik quer unter einem
Riemen am Kajak kantern um und stehen vermittelst der Bewegung des einen
Endes des Pautik wieder auf.
Bild: Nationalmuseum Nuuk. Aufn. John Möller. |
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Bild: Nationalmuseum Nuuk. Aufn. John Möller. |
6. .....hinter dem Rücken fest, kantern, schwingen es hinterwärts
mit beiden Händen, ohne es hervor zu nehmen und kommen also herauf.
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Zeichnung W. Half |
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Diese Übungen dienen auf die Fälle, da das Pautik mit den Riemen verwickelt ist. |
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Zeichnung W. Half Rolltechnik 8 : Beim Exercieren schieben sie das Pautik unter dem Kajak durchs Wasser, haltens auf beiden Seiten fest, so dass sie mit dem Gesicht auf dem Kajak liegen, schlagen um , bewegen das Ruder von unten über dem Wasser und stehen also auf. Dieses dient dazu, wenn sie das Ruder während dem Umschlagen verlieren, aber noch über sich schwimmen sehen, es von unten auf mit beiden Händen ergreifen |
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9. Sie lassen das Ruder fahren und wenn
sie gekantert sind, suchen sie es mit der Hand über dem Wasser, ziehen
es zu sich und helfen so auf
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Verfasser unbekannt |
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Eine weitere Rettungstechnik muss erwähnt werden. Bei dem Verlust des Paddels gab es die Möglichkeit, dass sich der Gekenterte mit Hilfe der Fangblase, die er von dem hinteren Deck riss, zunächst über Wasser hielt und daran aufrichtete. Die sogenannte Putarit-Rolle.
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Die etwas seltsame Wiedergabe der Rolltechniken entspricht den Texten aus dem Buch von 1765. |
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Ein Kajakmann lässt sich von einer Sturzsee überrollen. Auf Schneeschuhen durch Grönland, von Fridtjof Nansen nach einer Skizze. Ausgabe 1891 Band 2 |
Rollenvorführung anläßlich des Besuchs König Christian am 10.7.1921 Foto: Jensen Eskild; Aufnahme Polar Center |
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Rollentraining, 1915, Ort Qaportoq. Aufnahme Arnold August Rasmussen Bild DPC |
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Eskimotierübungen, 1995, Nuuk. Aufnahme Daimi Frederiksen. |
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John Möller war der "grönländische Fotograf". Nach einer kurzen Lehrzeit von
1887-1889 in Dänemark, wechselte er nach Grönland und startete
"Goodthaabs photographische Anstalt" im Jahre 1898. Er begann in Grönland mit
der Visitenkartenphotografie. Im Laufe seiner Schaffenszeit stellte er jedoch
ein umfangreiches Bilderarchiv des täglichen Lebens in Grönland zusammen.
Er starb 1935.
John Möller, Selbstporträt. |
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