Dorset - Kultur

Eine Kälteperiode macht das Leben im Norden Grönlands über mehrere hundert Jahre unmöglich. Als ein Überleben wieder möglich wird, kommen neue Wanderer aus dem inneren Kanadas, die nach Grönland überwechseln. Aus der Hudsonbay breitet sich die Dorset-Kultur nach Norden sowie nach Osten, nach Labrador aus und ist von 600 v. Chr. bis 900 n. Chr. an der Westküste Grönlands präsent. Da diese Menschen aus dem Einflussbereich der Indianer kamen, die Kultur roch nach Wald, wie der dänische Forscher Jørgen Meldgaard es ausdrückte, wird der Gebrauch von Booten bekannt gewesen sein. Bei Ausgrabungen im Norden Alaskas fand man bei der Iqiutaq-Kultur ein Spielzeugkajak. Den Fund datiert man auf 500 n. Chr., folglich in die Zeit der Dorsetkultur. Er gilt als die Übergansphase vom offenen Boot zum eingedeckten Einpersonenboot, dem späteren Kajak.

Ein aktueller Hinweis:
Bei archäologischen Felduntersuchungen wurde in der Nähe des früheren Wohnplatzes von Etah, am Smith Sund, von amerikanischen Forschern und grönländischen Mitarbeitern des Nationalmuseums, Reste des bisher größten Langhauses gefunden. Der Kenntnisstand um das Langhaus und seine Funktion ist begrenzt. Die spätere Dorsetkultur existierte in Grönland von ca. 700- 1300 (sh Museumsangabe, 600-900 in NW und 600-1100 in NO) nördlich von Thule.
Aus „Polarfronten“ 3/2006 Seite 22


Bei den Harpunenspitzen der Dorsetkultur handelt es sich noch nicht um die Klingen die zur Jagd per Kajak verwendet wurden. Sie entsprechen nicht dem "lose auf dem Schaft" Prinzip.

Kopie aus dem Buch:
DEN GRØNLANDSKE KAJAK OG DEN REDSKABER
Nyt Nordisk Forlag Arnold Busk 1975