Grönländischer Anorak
Aus: Knaurs Handarbeitsbuch Ausgabe 1964 Seite 283- 285
Mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Droemer Knauer, München /Zürich
Erstellung eines Anoraks nach dem grönländischen Stil
Titel der dänischen Ausgabe: Gyldendals Sy & Håndarbeitsbog 1961
Mit Hilfe dieser Beschreibung ist es möglich, dass sich jedermann einen wunderbaren
Anorak schneidern kann, der exakt der grönländischen Herstellungsmethode entspricht.
Natürlich braucht man bei dieser Herstellung keine hochwertigen atmungsaktiven Stoffe.
Man kann einfache oder beschichtete Stoffe verwenden, die sich per Maschine, oder mit
Hand nähen und kleben lassen.
In der Anleitung wird eine modische Bedruckung beschrieben, die man z. B. als
Kajakfahrer nicht benötigt. Als Farbe sollte der Kajakfahrer ein helles markantes Rot
verwenden. Soll der Anorak ausschließlich als Wetterbekleidung dienen, ist die Farbwahl
der persönlichen Entscheidung und der Beschaffungsmöglichkeit entsprechend. Die geübte
Näherin kann an den Ärmeln und an der Kapuze einen entsprechenden Saum herstellen, dass der Anorak auch weitgehend Regendicht ist. Für die Ärmel kann man im Fachhandel sogar die Manschetten aus Neopren beschaffen.
Der weitere Vorteil dieser Anleitung ist, dass die Größe entsprechend der Trägerperson
(Kind oder erw. Person ) durch den Zuschnitt berücksichtigt werden kann. Beträgt das
Maß der Arme bei dem Kind eventuell nur 110 cm, sind die Maße der abzuzählenden
Karos (2cm) durch 1,166 zu dividieren.
So wäre es für einen geübten Näher oder Näherin, ein leichtes, diesen Schnitt zu einem Tuilik oder lt. Pawlatas Kipp Kipp Hurra einem "Kapitak" zu verändern. Voraussetzung, die Nähte sollten als "wasserdicht" ausgeführt werden. Man kann es auch verkleben. Die Jacke muss dann so weit geschnitten sein, dass die Jacke um den Süllrand passt und diesen gut und sicher abschließt. Bei einer Streckung im Boot, z .B. bei einer Rolle darf sich der Bund des Tuilik nicht vom Süll lösen.
Nachfolgend das Schnittmuster für einen Anorak, der nahezu winddicht ist. Darunter
muss (sollte) ein Pullover (Wollpullover) getragen werden.
Schnittmuster.
Zur besseren Handhabung ist über den Link
„Schnittmuster“ der Zuschnitt in großer
Darstellung zur Verfügung.
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Der Schnitt des Anoraks ist original grönländisch. Die Kapuze kann mit Stoff in
der Hauptfarbe des Anoraks gefüttert werden.
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Der Stoff wird straff Über den Drucktisch gezogen und mit Lineal und weichem Bleistift
durch waagrechte und senkrechte Markierungslinien in vier Teile unterteilt. Dann werden
zu beiden Seiten der waagrechten Mittellinie 17,5 cm abgemessen und in diesem Abstand
zwei zur
Mittellinie parallel laufende Gerade gezogen. |
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Zeichnung des Anorakmusters. Ein Karo = 1 cm;
die schwarzen Partien bleiben unlackiert
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Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist, daß der Rahmen genau den Bleistiftmarkierungen
aufgelegt wird, da bei der geringsten Ungenauigkeit Einzelmuster und Rapport nicht
»aufgehen« und die Ornamente des Rückenteils mit denen des Vorderteils
nicht übereinstimmen.
Zweckmäßig ist es, mit dem Drucken auf der Mittellinie zu beginnen und gleichmäßig nach
allen 4 Seiten weiterzuarbeiten.
Der passende Handschuh zu der Ausrüstung
Eingesandt von Moritz Ebert aus Lübeck.
Wir bedanken uns herzlich für diese Zusendung.
"A kayak mitten has two thumbs - when you row all day long,
the palms get wet and slippery, so you just turn them around and
use the dry side"
John Petersen (Aus dem Dokumentarfilm "Aphibious Man" von Ivar Silis 1996)
"...It looks as if I didn´t know the anatomy of hands : the Greenland mittens
have two thumbs."
(Untertitel des Zeichners zu einer Illustration eines Kajakfahrers aus dem Buch "Salamina" von Rockwell Kent)
Mich interessierte - wie bei anderen Ausrüstungsgegenständen -
was passiert, wenn man bei den ehemaligen "Berufspaddlern" aus Grönland genauer
hinsieht, nachbaut und ausprobiert - was zum Glück ohne teures Hightechmaterial und
viel Werkzeug zu machen ist.
"Paddelpfötchen" kann man bei einem Grönlandpaddel nicht verwenden, da man
das Paddel ja ab und an umgreifen möchte oder es unter die Riemen stecken muss,
wenn man still liegen will, und Fingerhandschuhe kann man nicht schnell aus- und anziehen.
Aus Leder genäht: Per Hand, mit einer Ahle oder mit einer Nähmaschine und mit
eingefetteten Nähten sind die Fäustlinge angenehm, wasserdicht und warm. Trocknen aber langsam, wenn sie Innen erst einmal nass geworden sind.
Aus Neopren genäht und geklebt: Nicht ganz wasserdicht, kühlt durch Wind schnell aus,
besser zum rollen oder wenn garantiert Wasser von oben in die Handschuhe kommt.
Den Vorteil vom "drehen bei nassen Handflächen" konnte ich gar nicht feststellen.
Die Fäustlinge sind einfach anzuziehen, da man nicht den richtigen Daumen suchen muss.
Die Fäustlinge reiben nicht so schnell durch, auch wenn das Paddel oft umgegriffen wird.
Ich bin mir nicht sicher, ob der angegebene Schnitt oder die Eigenschaften den Originalen
entsprechen. Die Daumen sind eventuell auch einfach als ein Teil "aufgenäht" worden.
Vielleicht findet jemand ein Bild von diesen Fäustlingen aus einem Museum, die das besser zeigen.
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Das Eingangsbild aus "Amphibious Man",
Moritz Ebert
Chasotstraße 21
23566 Lübeck
0451 /2096688


